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Biodiversität auf dem Eichhof

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Seit Jahrzehnten steht der Eichhof im Zeichen von Bio und Natur. Vieles, was heute wächst und lebt, durfte sich über lange Zeit entwickeln. Wir führen diesen Weg weiter – mit Respekt vor dem Bestehenden und mit dem Wunsch, die Vielfalt stetig zu fördern und zu erweitern.

Für uns bedeutet Biodiversität, der Natur Raum zu geben. Nicht alles muss genutzt, geordnet oder „perfekt“ sein. Zwischen unseren Kulturen entstehen bewusst Orte, die sich selbst überlassen bleiben dürfen: Hecken, Ast- und Steinhaufen, Alt- und Totholz, blühende Buntbrachen und kleine unberührte Flecken. Am Waldrand lassen wir Holz liegen und schaffen Rückzugsorte. Weitere Wasserstellen und ein Teich sind in Planung, damit noch mehr Leben entstehen kann.

Nicht weit von unserem Hof entfernt haben wir eine Naturschutzwiese, die als Ausgleichsfläche vom Flughafen Zürich gepachtet wird. Die Pflege erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbüro Zürich, das uns begleitet und vorgibt, wann und wie wir die Fläche bewirtschaften. So entsteht auch dort ein wertvoller Lebensraum für viele Arten.

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Unsere Heuwiesen bewirtschaften wir als Ökowiesen und mähen sie nur zweimal im Jahr – achtsam und mit Rücksicht. Der Mähbalken schneidet mit genügend Abstand zum Boden, und wir mähen möglichst am Abend, wenn weniger Insekten unterwegs sind. Es sind oft die kleinen Entscheidungen, die einen Unterschied machen.

So entsteht ein lebendiger Hof: Vögel finden Nistplätze, Kleintiere Schutz und Insekten finden Nahrung. Auch die ganz Kleinen gehören dazu – Ameisen, Käfer oder Spinnen. Manchmal bedeutet das ganz praktisch, einer Ameise aus einer Wasserpfütze zu helfen oder kurz innezuhalten, bevor man irgendwo hintritt. Es ist dieses Hinschauen, das den Alltag hier besonders macht.

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Ein besonderes Kapitel schreiben bei uns die Fledermäuse. Auf dem Eichhof gibt es Wochenstuben, in denen sie ihre Jungen aufziehen. Im Rahmen der Fledermaus-Quartierüberwachung des Kantons Zürich zählen und beobachten wir sie regelmässig. Dabei stehen wir auch im Austausch mit engagierten Fledermausschützenden aus der Region. Wenn sie in der Dämmerung lautlos über den Hof ziehen, wird spürbar, wie reich und lebendig dieser Ort ist.

Diese Haltung möchten wir teilen. Wenn Besucherinnen und Besucher oder Schulklassen zu uns kommen, zeigen wir, was hier wächst und warum wir es so machen. Wir erzählen von Zusammenhängen, von Kreisläufen und davon, wie wichtig Vielfalt ist. Denn auch kleine Eingriffe können grosse Wirkungen haben: Wenn Gift gegen Unkraut oder Schädlinge in den Boden gelangt, beginnt ein stiller Kreislauf des Schadens. Ein Löwenzahn verschwindet, das Insekt, das davon lebt, wird krank, und der Vogel, der das Insekt frisst, trägt die Giftlast weiter. Selbst der Fuchs oder die Eule am Ende der Nahrungskette spürt die Folgen. So zeigt sich, wie schnell aus einer kleinen Handlung eine Kette wird, die ganze Leben und den natürlichen Kreislauf stört.

Denn wir sind überzeugt: Biodiversität beginnt im Kleinen – und jeder Mensch kann etwas dazu beitragen.

Unsere Lebensweise ist eng mit diesen Werten verbunden. Auch in unserer Ernährung versuchen wir, bewusst und im Einklang mit der Natur zu leben.